Geburtshaus

Am 12. September 1829 wurde Anselm Feuerbach in diesem Haus geboren. Er verbrachte nur eine kurze Zeit seines Lebens in Speyer. 1836 trat der Vater eine Professorenstelle an der Freiburger Universität an, und die Familie zog aus.

Der Vater war 1825 nach Speyer gekommen, um als Lehrer am kaiserlichen Gymnasium zu unterrichten. In dem Haus in der Allerheiligenstraße gründete der junge Mann eine Familie und arbeitete an einem Buch zum „Vatikanischen Apoll", das ihn in der archäologischen Fachwelt bekannt machte. 1827 kam das erste Kind, Tochter Emilie, zur Welt; zwei Jahre später ein Sohn, der nach seinem Vater und Großvater ebenfalls Anselm getauft wurde. Noch im Kindbett erkrankte die Mutter Amalie an Tuberkulose, der sie ein halbes Jahr nach Anselms Geburt erlag. Die Kinder wurden nach Ansbach zu den Großeltern gebracht. Dort lernte der Witwer Henriette Heydenreich kennen, heiratete sie und holte sie und die Kinder zurück nach Speyer. Wenig später erhielt er den Ruf an die Freiburger Universität.

Auch wenn Anselm Feuerbach nur wenig Zeit in Speyer verbrachte und später nie wieder hierher zurückkam, liegen im Feuerbachhaus doch seine Wurzeln. Hier lauschte er den Geschichten von griechischen Göttern, die ihm sein Vater erzählte; er tobte mit den Nachbarsjungen durch die Straßen, und seine ältere Schwester übte sich im Blumenmalen im Garten.

Nachdem die Feuerbachs aus der Allerheiligenstraße ausgezogen waren, beherbergte das Mietshaus andere Familien. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es in den Besitz der Stadt Speyer, und eine Gedenktafel wurde angebracht. In den sechziger Jahren verfiel das Haus zusehends, sodass der Stadtrat beschloss, es abreißen zu lassen. Die Bürgerinitiative, die sich daraufhin bildete, verhinderte die Umsetzung des Beschlusses und gründete den Verein Feuerbachhaus Speyer e.V.